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Was kostet unser Ernährungssystem wirklich?!

Offenen Brief zur Kostenwahrheit – Unterschreib jetzt!

Unser Ernährungssystem gilt als billig, ist es aber nicht. In einem Analyseprozess mit über 100 Expert:innen zeigten Barbara Holzer (Zukunft:Essen) und Sigrid Stagl (Ecological Economics, WU Wien) im Rahmen der AWS Sustainable Food Systems Initiative, dass jährlich externe Kosten von 5 bis 10 Prozent des BIP durch Wasseraufbereitung, Bodenverlust, Klimaschäden und Gesundheitsbelastungen entstehen. Diese versteckten Kosten in Milliardenhöhe werden still von der Allgemeinheit getragen. Ab 2027 kommen noch Klimastrafzahlungen dazu.

Die Initiator:innen nennen Hebel für mehr Kostenwahrheit: eine biologische, regional-saisonale öffentliche Beschaffung in Schulen und Spitälern, die Reduktion von Lebensmittelverschwendung (ein Drittel landet derzeit im Abfall), eine stärkere Nutzung von Österreichs Dauergrünland sowie eine geringere Abhängigkeit von fossilen Betriebsmitteln und volatilen Weltmärkten. Dazu zählen auch die Umstellung auf Bio-Landwirtschaft, der Einsatz von Präzisionslandwirtschaft und moderner Technologie sowie eine Proteinwende hin zu mehr pflanzlichen Quellen, bei der maximal ein Drittel der Proteinversorgung aus tierischen Quellen stammt.

Ihre zentrale Botschaft: “Nachhaltigkeit ist kein Luxus. Sie ist das wirksamste Sparprogramm, das Österreich zur Verfügung steht.”

Nun muss die Regierung entscheiden: Weiter wirtschaften wie bisher, mit wachsenden Folgekosten, oder schaffen wir die Grundlagen, um rational und langfristig zu handeln?

Konkret fordern die Initiator:innen zusammen mit Forschung und Landwirtschaft in einem offenen Brief an die Regierung:

1. Ein parteiunabhängiges, ressortübergreifendes Kompetenzzentrum für Sustainable Food Systems, das die realen Folgekosten des Ernährungssystems kontinuierlich berechnet, volkswirtschaftliche Einsparungspotenziale sichtbar macht, Governance-Modelle für Versorgungssicherheit und Krisenresilienz entwickelt und Politik sowie Verwaltung unabhängig berät. 

2. Ein Living Lab für nachhaltige öffentliche Beschaffung, das BestPractice-Modelle entwickelt und erprobt, damit die öffentliche Hand ihrer Vorbildwirkung gerecht wird und Steuergeld wirksam einsetzt. 

3. Kostenwahrheit als Grundlage agrarpolitischer Entscheidungen – durch die verpflichtende Einbeziehung externer Kosten in Fördersysteme, Vergabeverfahren und politische Folgenabschätzungen. 

Demeter Österreich unterstützt diese Initiative, weil sie wissenschaftlich belegt, was Demeter-Betriebe seit Jahrzehnten in der Praxis leben: Eine Landwirtschaft, die Boden, Wasser und Klima schont, ist nicht teurer, sondern sie sichert die Zukunft unseres Ernährungssystems.

Der offene Brief wird im September übergeben. Unterzeichne und teile ihn jetzt!

Unterzeichnet von: 

Organisationen & Verbände 
Andrea Vaz-König, Zukunft:Essen
Barbara Holzer, Zukunft:Essen

Wissenschaft & Forschung 
Prof. Dr. Sigrid Stagl, Wirtschaftsuniversität Wien 
Prof. Dr. Marianne Penker, BOKU Wien 

Landwirtschaft & Praxis 
Gerhard Zoubek, Adamah Biohof 
Manfred Huber, Sonnberg Biofleisch 

Weiterführende Links:

zukunft-essen.at
news.at
standard.at
vienna.at
lebensart.at